Artikel über Sprüche Schenken in der der Zeitschrift "Saat"

Wer kann schon von sich sagen, dass er eine ganze Lokomotive bedruckt hat? Für Günther Matern mit seiner Werbe- und Grafikagentur ist das fast das tägliches Brot: „Wir gestalten die Kommunikationsmittel für die oberösterreichische Landesausstellung. Und dazu gehören neben Flyern und Plakaten auch Loks.“ Der gelernte Mediendesigner unterrichtet Designtheorie an der Kunstuniversität Linz – Design ist für den 50-Jährigen gelungen, „wenn starke Ideen auf den Punkt gebracht werden“. Dabei ist der Begriff der Würde wichtig: „Wir fragen immer, ob ein bestimmtes Motiv würdig ist für ein Produkt. Werbung bekommt mit dieser Frage ein anderes Niveau.“ In der Agentur ist Materns Frau Katja zuständig für die Geschäftsführung und er selbst für die Kreativität. Das zeigt sich auch in seinem Engagement in der Pfarrgemeinde Attersee: „In unserem Kreativteam entwickeln wir die ‚Komm-Gottesdienste‘ – das sind Themengottesdienste mit viel Musik.“ Derzeit gibt es eine Reihe „Was würde fehlen, wenn es uns als Kirche nicht gäbe?“ Matern denkt aber nicht nur mit, er ist auch für die musikalische Begleitung verantwortlich und sitzt selbst am Klavier. Bei aller Lebendigkeit im Beruf und in der Pfarrgemeinde hat der Grafik-Designer vor nicht allzu langer Zeit einen eigenen und sehr speziellen Zugang zur Bibel gefunden: „Ich liebe die Kalligrafie – der langsame Prozess des Schreibens verschafft mir einen ganz neuen Zugang zur Bibel.“ Und der kann sich sehen lassen: Seine Lesezeichen und Karten mit der Jahreslosung etwa sind inzwischen sehr gefragt. „Es geht dabei aber nicht nur um mich. Ich schreibe diese Bibelsprüche auch für Menschen, die mit Kirche nicht viel zu tun haben. Das ist für mich ein Weg, das Bibelwort unter die Menschen zu bringen.“ Zunächst geht es darum, den Kern der Botschaft, des Bibelwortes herauszulesen, um dies dann grafisch und künstlerisch darzustellen. „Für mich ist diese Kreativität ein Geschenk Gottes. Ich trete sozusagen mit meiner Begabung in einen Dialog.“ Dabei spiele Verantwortung eine große Rolle, so der Vater einer Tochter. Inspirieren lässt er sich dabei unter anderem vom „Book of Kells“, das er vergangenes Jahr in Irland besichtigt und das ihn sehr begeistert hat. So ist es das Langsame und das Schöne, mit dem Matern Gott in die Welt bringt – wie einst die Mönche in Irland.

SAAT - evangelische Zeitung für Österreich. November 2018 | Nr. 11, Marco Uschmann

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